Wahlkreis-Rundschau, Ausgabe Mai 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

und plötzlich geht‘s ganz schnell. Die Inzidenz sinkt, das ‚Normale‘ kehrt zügig und Schritt für Schritt in unser Leben zurück. Und zwar nicht nur für die Geimpften und Genesenen. Es bleibt nur wenig übrig, was diejenigen, die noch sehnsüchtig auf die Spritze warten, nicht ebenso tun dürften. Gut so. Die Schnelltests sind inzwischen alltäglich und es gibt sie an fast jeder Ecke, auch ohne Anmeldung und ewiges Schlangestehen. Und mit jeder Impfung sinkt die Gefahr von Warteschlangen – worauf auch immer. Freuen wir uns darüber, dass Corona seinen Schrecken verliert – aber bitte zurückhaltend und mit Vorsicht. Nicht das es plötzlich wieder ‚plöpp‘ macht und Herr Wieler mit ernster Miene steigende Inzidenzen vorzutragen hat.

Es wird auch langsam Zeit, dass wieder andere Themen in den Mittelpunkt rücken, die nicht minder wichtig sind. So war es Ende April fast nur eine Randnotiz, dass sich das Land Berlin mit Vattenfall über eine Rückübertragung des Berliner Stromnetzes an die öffentliche Hand geeinigt hat. Vorausgegangen war dem eine jahrelange Verhandlungspartie, bei der Vattenfall nun nachgegeben hat und sich vom Berliner Stromnetz trennt. Zu einem für das Land Berlin sehr guten Preis, wie einige Beobachter anerkennend anmerken. Die bisher bei Vattenfall für den Betrieb des Stromnetzes beschäftigten Mitarbeiter werden in die landeseigene „Stromnetz Berlin GmbH“ übernommen. Die Einnahmen aus dem Stromnetz – laut Finanzsenator Kollatz pro Jahr ein „kleiner dreistelliger Millionenbetrag“ - kommen zukünftig also dem Land und damit den Berlinerinnen und Berlinern zugute.

Wirklich relevant wird der Rückkauf des Stromnetzes im Hinblick auf die Energiewende. Die Stromnetze sind das Rückgrat der Klimapolitik, sie werden in Zukunft intelligenter und leistungsfähiger sein müssen. Ladesäulen, Solarstromeinspeisung, Wasserstoffherstellung z.B. – all dieses basiert auf einem funktionsfähigen Stromnetz. Und dies lässt sich leichter und günstiger erreichen als in langwierigen Verhandlungen mit einem Betreiber, der in erster Linie die Erwartungen seiner Aktionäre zu berücksichtigen hat.

Die Randnotiz Ende April könnte sich in der Klimadebatte schnell zu einem strategischen Dreh- und Angelpunkt entwickeln, wenn es darum geht, wie die zurecht ambitionierten Klimaziele konkret und im Detail umgesetzt werden. Und natürlich auch bei der bisher nur unzureichend beleuchteten Frage, wie die Kosten und Lasten der Klimawende verteilt werden. Ein konkret greifbares Beispiel haben wir dieser Tage im Bundestag erlebt: Nur mit Mühe konnte die SPD erreichen, dass die CO2-Bepreisung künftig zwischen Mietern und Vermietern geteilt wird. Eine Idee der Konservativen war das nicht – freundlich formuliert. Die hätten es lieber gesehen, wenn die Kosten einfach komplett an die Mieter durchgereicht werden können. Diese Art von Fragen werden zukünftig an vielen Punkten der Klimapolitik auftauchen. Das landeseigene Stromnetz ist dabei ein kleiner Baustein, der für eine sozial gerechte Lastenverteilung genutzt werden kann.

In einem ganz anderen Bereich muss über Lastenverteilung nicht diskutiert werden. Wenn Sie in den kommenden Tagen die Außengastronomie in Anspruch nehmen, tragen Sie die finanziellen Belastungen ganz allein zu einhundert Prozent. Das ist aber unter sozialen Gesichtspunkten zutiefst gerecht, denn es gibt wohl kaum jemanden, der Ihr Geld zur Zeit dringender braucht als Ihr Gastwirt und seine Mitarbeiter*innen. Ich bin zuversichtlich, dass dieser sozialen Tat sehr viele sehr gern nachkommen werden – mit Vorsicht und Abstand, versteht sich.

„Der Sommer kann ganz gut werden“ (Christian Drosten). Ja, bitte.

Ihr
Ralf Wieland
Mitglied des Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis 6 Mitte

Kulturforum legt 10-Punkte-Programm für Kultur in und nach Corona vor

Corona und die damit verbundenen Einschnitte und Ausfälle werden insbesondere die Kulturszene noch beschäftigen, wenn die akute Pandemie bereits überwunden ist. Es geht um grundsätzliche Fragen, wie Kunst und Kultur mit und nach der Krise überleben können, wie Künstlerinnen und Künstler weiter ihren Beruf ausüben können, wie Projekte, Organisationen und Institutionen einen Wiederanfang organisieren.

Unter dem Titel „10 Punkte zu Kultur und Corona“ legt das Kulturforum nun einen Katalog von Maßnahmen vor, die beim Neubeginn des kulturellen Lebens unterstützen sollen. Dabei geht es u.a. um die organisatorischen Rahmenbedingungen für Veranstaltungen, um finanzielle Unterstützung bei der Wiederbelebung der Kultur und um die soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern. Darüber hinaus unterbreitet das Papier Vorschläge, wie Kunst und Kultur zukünftig und auch jenseits von Corona besser in vielen Bereichen der Stadtpolitik verankert werden kann und soll. Das Papier findet sich auf der Website des Kulturforums.

Das „Kulturforum Stadt Berlin der Sozialdemokratie e.V.“ ist ein parteiunabhängiger, aber der Sozialdemokratie nahestehender Verein, der sich durch Formen des Gesprächs, mit Debatten, Diskussionen und produktivem Streit in die Gestaltung der kulturellen Zukunft Berlins einmischt. Er will helfen, dafür notwendige Reformen auf den Weg zu bringen und die Ausstrahlung der Stadt zu vergrößern. Das Kulturforum spricht nicht nur über Kunst und Kultur, es ist auch selbst Veranstalter. Ob Lesung, Ausstellung, Diskussion oder der Blick hinter die Kulissen – demnächst wird (so die Inzidenz mitspielt) auch das Programm des Kulturforums wieder anlaufen.

Bildung, bezahlbares Wohnen, Sauberkeit und Sicherheit: Melis Yeter kandidiert für das Abgeordnetenhaus
Melis Yeter, Foto: Nora Börding

Melis Yeter (26) bewirbt sich am 26. September 2021 für die SPD um das Direktmandat im Wahlkreis 6 Mitte (Soldiner Kiez, Gesundbrunnen) des Abgeordnetenhauses von Berlin. Die gebürtige Weddingerin ist im Panke-Kiez aufgewachsen und hat nach dem Fachabitur eine Berufsausbildung zur Kauffrau für Büromanagement gemacht. Sie kennt die Herausforderungen und Potentiale vor Ort und möchte sich mit ganzem Herzen dafür einsetzen, dass alle die gleichen Chancen unabhängig von Herkunft und Elternhaus bekommen. Die Wahlkreis-Rundschau hat mit ihr über notwendige Reformen und die richtige Politik für den Wedding gesprochen.

WK-Rundschau: Erstmal vorweg: Wie sind Sie bisher durch die Corona-Pandemie gekommen?

Melis Yeter: Danke der Nachfrage. Ich persönlich habe bisher vergleichsweise wenig zu erleiden gehabt. Bisher habe ich mich zum Glück nicht angesteckt und auch mein Job ist sicher. Die Einschränkungen im Alltag gehen mir – wie vielen – natürlich gewaltig auf die Nerven, aber wirklich meckern kann ich nicht. Denn viele in meinem Bekanntenkreis haben es sehr schwer. Selbständige, denen von einem Tag auf den anderen die Aufträge weggebrochen sind und die direkt in Hartz-IV durchgereicht wurden. Familien mit schulpflichtigen Kindern, die mit Home-Schooling in kleinen Wohnungen auf die Probe gestellt wurden und dabei oft an ihre Grenzen kamen. Corona hat viele wirklich hart erwischt und Probleme in unserer Gesellschaft verstärkt. Ich hoffe sehr, dass wir Corona jetzt bald hinter uns lassen und die Folgeschäden, nicht nur die gesundheitlichen, einigermaßen abräumen und ausgleichen können. Damit wird sich die Politik noch lange auch jenseits der Pandemie zu beschäftigen haben. Wichtig wird dabei sein, die Zukunft nicht aus dem Blick zu verlieren.

Als Weddingerin haben Sie die Entwicklung unserer Kieze rund um den Gesundbrunnen über viele Jahre verfolgen können. Hat sich viel verändert? Zum Guten, zum Schlechten?

Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass es in Gesundbrunnen und auch im Soldiner Kiez trotz mancher Verbesserungen immer noch viel zu tun gibt: Armut, Kriminalität und schmutzige Straßen und Parks sind auch heute ein Problem. Wer unseren Wahlkreis aber nur auf die schlechten Seiten reduziert, verpasst das beste: die kulturelle Vielfalt, das Miteinander, die starken Vereine und Initiativen vor Ort, die unternehmerischen Erfolgsgeschichten sowie Kunst und Kultur. Gerade hier hat es in den letzten Jahren viel Aufwind gegeben. Der Gesundbrunnen und seine Umgebung sind attraktiver geworden. Auch das hat seine Schattenseiten: In Gegenden wie der Eulerstraße, der Grünthaler Straße und auch Teilen des Soldiner Kiezes ziehen nun vermehrt auch Menschen mit höheren Einkommen, entsprechend öffnen schicke Cafés und Läden, das Straßenbild ändert sich. Das ist einerseits schön, erhöht andererseits aber auch den Druck auf die Mieten, die sich immer mehr Menschen nicht mehr leisten können. Wir müssen hier für eine Balance sorgen und den Menschen in den Kiezen die soziale Sicherheit geben, hier weiterleben zu können.  

Welche Themen sehen Sie für die Politik in den kommenden Jahren als vordringlich an?

Mir persönlich liegen drei Themen ganz besonders am Herzen: (Aus-)Bildung, bezahlbares Wohnen sowie Sicherheit & Sauberkeit im Kiez. 

Zunächst zur (Aus-)Bildung: Ich trete für gute Bildung an, die von Anfang an die Stärken unserer Kinder erkennt und fördert. Weil jedes Kind die gleichen Startchancen ins Leben verdient. Besonders am Herzen liegt mir dabei die Berufsausbildung, die aus meiner Sicht in der Debatte häufig zu kurz kommt. Ich selbst habe vor fünf Jahren eine Berufsausbildung zur Kauffrau für Büromanagement gemacht und weiß was es noch zu tun gibt, um die Ausbildung in unserer Stadt besser und attraktiver zu machen. Ich setze mich für eine Ausbildungsplatzgarantie und für bessere Ausbildungsbedingungen ein. Weil jeder junge Mensch unabhängig vom Elternhaus Zugang in ein selbstbestimmtes Leben verdient. Außerdem will ich, dass die Berufsschulen personell und technisch so ausgestattet sind, dass sie unsere Auszubildenden für die digitale Arbeitswelt wappnen. Darüber hinaus werde ich mich für alle Schulen im Gesundbrunnen und Soldiner Kiez einsetzen und dafür kämpfen, dass sie von Förder- und Ausbaumitteln des Landes profitieren und insbesondere die Renovierungen der Schulen im Rahmen der Schulbauoffensive erfolgreich zum Abschluss kommen.

Über das Problem der außer Kontrolle geratenen Mietpreisentwicklung hatten wir ja bereits gesprochen: Davor bleibt auch unser Wahlkreis nicht verschont. Ich unterstütze hier die Strategie der SPD Berlin, ein umfassendes Neubauprogramm zu kombinieren mit staatlichen Ankäufen von Wohnungen und möglichst effektiven Regeln zum Schutz von Mieterinnen und Mietern. Bauen, Kaufen, Regulieren ist die Devise. Wir müssen es in der nächsten Legislaturperiode endlich schaffen, unseren Sozialwohnungsbestand in Berlin nicht nur zu schützen, sondern auch wachsen zu lassen. Das betrifft im Gesundbrunnen und im Soldiner Kiez sehr viele Wohnungen, deren Förderstatus auszulaufen droht. Auch das Instrument des Milieuschutzes ist bei uns im Wahlkreis noch nicht ausgereizt. Wenn die aktuell laufenden Untersuchungen es erlauben, sollten dringend weitere Milieuschutzgebiete ausgewiesen werden.

Drittens: Die Bürgerinnen und Bürger verdienen einen lebenswerten Kiez. Dazu gehören nun mal auch saubere Parks, Spielplätze und Straßen, die richtig genutzt werden können: Zum spielen, spazieren gehen, begegnen und Fahrrad fahren. Gerade in der Pandemie haben wir gemerkt, wie wichtig es für uns alle ist, rauszugehen und sich zu bewegen. Wir brauchen daher ein entschlosseneres Vorgehen gegen Müll und Schmutz. Das fängt bei der Installation von mehr und größeren Mülleimern an, geht über ein schlagkräftiges Sperrmüllkonzept hin zur Inpflichtnahme von Unternehmen, die für besonders viel Müllproduktion bei uns im Kiez verantwortlich sind. Wichtig ist für mich außerdem, dass sich alle nachts im öffentlichen Raum ohne Angst bewegen können. Wir haben viele dunkle Ecken im Kiez, die durch bessere Beleuchtung und bauliche Maßnahmen beseitigt werden müssen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Melis Yeter ist per E-Mail unter kontakt@melis-yeter.de zu erreichen. Die Website befindet sich im Aufbau.

Kulturangebote während der Pandemie

Unter dem Motto „Beethörende Natur“ präsentiert die Fakultät Musik der UdK Berlin vom 21. Mai – 5. Juni 2021 das Musikfestival crescendo. International führende Musiker*innen und herausragende Studierende der UdK Berlin gestalten gemeinsam 17 spannende Konzerte. Das ursprünglich für 2020 geplante Programm beleuchtet die Wechselwirkung von Natur und Kunst, untersucht die Position des Menschen in diesem Spannungsfeld und schlägt mit der Pastoral-Symphonie den Bogen zur Musik Ludwig van Beethovens. Da das Festival pandemiebedingt leider momentan nicht vor Ort im Konzertsaal der UdK Berlin stattfinden kann, sind erstmals alle Konzerte des Festivals im Stream live und kostenfrei mitzuerleben: www.livestream.udk-berlin.de 

Weitere Informationen und das Programm finden sich vorab hier: www.udk-berlin.de/crescendo 

 

 

Das Haus am Lützowplatz (HaL) kann seit Mittwoch, dem 19. Mai 2021 nach vorheriger Terminbuchung wieder zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden. Gleichzeitig finden im Rahmen der aktuellen Ausstellung Resonanz der Realitäten und EARTH, t.b.a weiterhin verschiedene Online Veranstaltungen statt, welche sich hier einsehen und buchen lassen.

 

 

Im Jahr 2020 feierte die Verbotene Stadt das 600. Jubiläum ihrer Fertigstellung. Zu diesem Anlass präsentiert das Pekinger Palastmuseum eine Reihe von acht Kurzfilmen zum Thema der „Acht baulichen Meisterwerke“. Diese zeigt das Chinesische Kulturzentrum Berlin in seiner neuen Online-Ausstellung "Baukünste im Alten China – Acht bauliche Meisterwerke in der Verbotenen Stadt“. 

 

 

Walter Frey, der mit den Wedding-Büchern eine Buchreihe zu Geschichte und Gegenwart des Berliner Stadtteils Wedding herausgibt, hat einen lesenswerten Text zu der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 und den Folgen für Weddinger Autorinnen und Autoren verfasst. Erschienen ist dieser im Weddingweiser: https://weddingweiser.de/der-wedding-und-die-buecherverbrennung-am-10-mai-1933/  

 

 

Zum 25-jährigen Jubiläum der Fotografie-Ausstellungen im Willy-Brandt-Haus findet eine virtuelle, von Gisela Kayser kuratierte, Ausstellung statt. Unter ihrer Leitung haben die Ausstellungen dazu beigetragen, das Willy-Brandt-Haus zu einem renommierten Ort der Kultur zu machen. Präsentiert werden Fotografien namhafter Fotograf*innen aus den Bereichen Zeitgeschichte, starke Frauen, junge Talente, Ost – West und Umwelt. Zur Ausstellung

 

 

Das Prime Time Theater hat eine tolle Aktion für alle, die gern noch mehr erfahren und immer auf dem Laufenden sein wollen: Wer den Newsletter des Prime Time Theater abonniert, bekommt auf Wunsch jetzt ein kleines Begrüßungsgeschenk, ein Prime Time "Goodie Bag" mit ein paar schönen Überraschungen! Zur Anmeldung

Gärtnern auf dem „Elisabeet“

Wer ernten will, muss vorher pflanzen und pflegen. Das geschieht – Corona hin, Corona her – im Frühjahr, also jetzt. Das ist auch auf dem „Elisabeet“ so. Und alle Anwohner*innen und Interessierte sind herzlich eingeladen, zu Rechen und Hacke zu greifen und an diesem Gemeinschaftsgarten mitzuwerkeln.

Das „Elisabeet“ ist eine ca. 2,5 ha große Teilfläche am nord-östlichen Rand des Friedhofs St. Elisabeth II zwischen Wollankstraße und der S-Bahn-Trasse. Durch den Wandel in der Bestattungskultur (vermehrt Urnen-Beisetzungen) werden manche Friedhofsflächen aktuell nicht für Bestattungszwecke benötigt, so auch auf St. Elisabeth II. In Zusammenarbeit zwischen dem Evangelischen Friedhofsverband und der gemeinnützigen „himmelbeet gGmbH“ wurde im vergangenen Jahr das Projekt einer gemeinschaftlich gepflegten und genutzten Grünfläche aus der Taufe gehoben.

Die Initiatoren laden regelmäßig zu Mitmachtagen ein, gegenwärtig natürlich noch unter den bekannten Einschränkungen. Unter Aerosol-Gesichtspunkten ganz sicher aber nicht die riskanteste Möglichkeit, seine Freizeit zu verbringen. Die kommenden Termine und Hintergrundinformationen zum „Elisabeet“ finden sich auf der himmelbeet-Website. Sich das Projekt ansehen und den Aufenthalt geniessen geht natürlich ganz unabhängig von Terminen zu den üblichen Öffnungszeiten des Friedhofs, 8-20 Uhr.

Umfrage „Nachbarschaft im Kiez Wollankstraße“

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Mensch im Mittelpunkt e.V.“ und der „Fabrik Osloer Straße“ hat das Quartiersmanagement Soldiner Straße eine Umfrage gestartet, in der es etwas darüber erfahren möchte, wie die Nachbar*innen rund um die Wollankstraße ihren Kiez erleben und welche Wünsche es für die Zukunft gibt. Die Teilnahme an der Online-Umfrage dauert etwa 5 Minuten, ist anonym möglich und über diesen Link zu erreichen.

Bellermannkiez ohne Durchgangsverkehr

Demnächst soll auch im Wedding erprobt werden, was andernorts schon vielfach praktiziert wird. Mit sog. „Kiezblocks“ sollen Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr entlastet werden, in dem die Benutzung von Schleichwegen durch die Wohnstraßen mittels diagonal gesperrter Kreuzungen unmöglich gemacht wird. Neben weniger Verkehr soll der so gewonnene Straßenraum für die Anwohner*innen anderweitig genutzt werden können. Im Kiez rund um die Bellermannstraße in Gesundbrunnen soll es demnächst mit einem ersten Versuch losgehen, die Ausschreibung für die Diagonalsperren durch das Bezirksamt soll noch im ersten Halbjahr dieses Jahres erfolgen.

Wir haben mit Sascha Schug, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Mitte, über das Konzept der Kiezblocks gesprochen.

WK-Rundschau: Herr Schug, was halten Sie von der Idee der „Kiezblocks“?

Sascha Schug: Das Konzept, die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr zu entlasten, ist ja keineswegs neu und wird weltweit in vielen Städten und auch hier bei uns in Berlin bereits praktiziert. Ich halte es grundsätzlich für eine gute Idee, die Verkehrsbelastung in den Wohnquartieren zu reduzieren. Aber mit dem wahllosen Aufstellen von Pollern oder Blumenkübeln ist es nicht getan.

Was muss Ihrer Ansicht nach bei der Planung berücksichtigt werden?

Wir reden hier vom Durchgangsverkehr auf reinen Wohnstraßen. Es muss also zunächst geprüft werden, ob Durchgangsverkehr in nennenswertem Umfang tatsächlich stattfindet und dadurch eine Belastung für die Anwohner*innen erkennbar ist. Dann muss man sich darüber im Klaren sein, dass sich der Verkehr andere Wege suchen wird, d.h. möglicherweise wird einfach nur die nächste Wohnstraße zur Abkürzungsroute oder auf der ohnehin verstopften Hauptstraße geht dann gar nichts mehr. Sehr viel Verkehr in den Wohnstraßen entsteht auch durch die Parkplatzsuche, die natürlich mit diagonal gesperrten Kreuzungen nicht einfacher wird. Wer dabei dann abends einmal um den Block rum muss, um auf die andere Seite zu kommen, produziert noch zusätzlich Verkehr und bekommt schlechte Laune.

Sie sind also eher skeptisch hinsichtlich der Kiezblocks?

Nein, durchaus nicht. Aber man muss die Gesamtsituation vor Ort im Auge haben. Nur wenn für die Anwohner*innen ein klarer Vorteil dabei rauskommt, werden die Sperrungen begrüßt und nicht nur schlicht als Schikane wahrgenommen werden. Das gilt natürlich auch für die Frage, was auf den entstehenden Freiflächen geschieht. Gut und gern genutzte Freizeitmöglichkeiten, z.B. zum Spielen für Kinder, sind sicher mehr akzeptiert als nur weitere illegale Sperrmüllabladeflächen.

Viele befürchten, dass Kiezblocks der Gentrifizierung weiteren Vorschub leisten. Aus gutem Grund?

Die Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen. Natürlich ist eine Wohnlage in einer ruhigen Seitenstraße attraktiver als an einer Hauptverkehrsstraße. Aber mit einem reduzierten Durchgangsverkehr wird aus einem ehedem rauhen Wohnquartier nicht über Nacht eine innerstädtische Idylle. Ich wohne selbst im Bellermannkiez und kann mir nicht vorstellen, dass die Ecke zum Dahlem des Nordens mutiert. Zudem handelt es sich jetzt um einen ersten Versuch im Wedding und nicht um die Schaffung einer isolierten Insel der Glückseligen. Wenn das Konzept funktioniert, werden weitere Quartiere folgen und so bestenfalls die Wohnsituation in der Stadt insgesamt beruhigt. Wir werden uns in der Bezirksverordnetenversammlung die konkreten Vorschläge und Ideen aber genau ansehen, auch im Hinblick auf die genannten Befürchtungen.

Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Kita "Goten Zwerge" wird mit 800.000 Euro gefördert

Beim Ausbau von Kita-Plätzen drängt die Zeit. Gerade im Wedding fehlt in vielen Kiezen ein ausreichendes Angebot an guten Kita-Plätzen. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass das Land Berlin freie Träger bei der Sanierung, dem Neubau und der Schaffung von Kita-Plätzen unterstützt.

Nun profitiert konkret der Soldiner Kiez von der Förderung. Dieser Tage wurden vom Abgeordnetenhaus 800.000 € für Baumaßnahmen an der Kita "Goten Zwerge" in der Gotenburger Straße 4 freigegeben. Nach Abschluß der Maßnahmen stehen 63 zusätzliche Kita-Plätze im Kiez bereit.

Mehrweg statt Einweg: Ein Weg aus der Müllflut

Liegengelassene Pizza- und Burgerverpackungen, weggeworfene Kaffeebecher, beschädigte Spielgeräte, zerstörte und geplünderte Beete – nicht nur nicht schön anzusehen, sondern auch ein erheblicher Kostenfaktor.

In einer Pressemitteilung nennt das Bezirksamt Mitte nun konkrete Zahlen: In den Frühjahrs- und Sommermonaten fallen wöchentlich etwa 18 Tonnen Müll in den Grünanlagen in Mitte an. 30 Arbeitskräfte des Straßen- und Grünflächenamtes sind von Montag bis Freitag allein mit dem Aufsammeln und Abtransportieren des Mülls beschäftigt.

Pro Monat gibt Mitte ca. 30.000 € für die Entsorgung aus. Dazu kommen weitere rund 6.000 €, die dem Bezirk durch Schäden an Bänken, Mülleimern, Spielgeräten und durch zerstörte Beete entstehen. Diese Gelder fehlen bei der Pflege und Entwicklung der Grünanlagen.

Der Bezirk Mitte appelliert an die Nutzer*innen der Grünanlagen, dabei zu helfen, das Müllaufkommen zu reduzieren und unterstützt mit dem Projekt „Mehrweg statt Einweg“ Gewerbetreibende dabei, den Müll bereits am Ort seines Entstehens zu vermeiden und auf Mehrwegsysteme umzustellen.

Outdoor-Ausstellung im Badstraßenkiez
Das Projekt „Kiezkosmos“ des Quartiersmanagemets Badstraße war auf vielen Rundgängen im Kiez unterwegs und hat zahlreiche Bewohner*innen im öffentlichen Raum angesprochen, um Positives über den Kiez zu erfragen sowie Wünsche oder Veränderungsvorschläge zu erfahren.

Die Antworten und Anregungen aus diesen Rundgängen sind nun in einer Outdoor-Ausstellung auf Planen und Plakaten zu sehen, verteilt über viele Standorte rund um die Badstraße.

Wer es nicht darauf ankommen lassen möchte, zufällig auf die Ausstellungsstücke zu stoßen, findet die Standorte gebündelt auf der Website des QM Badstraße. Die Ausstellung hängt noch bis zum Oktober.

Bürgerbüro wieder persönlich erreichbar

Mein "Bürgerbüro am Gesundbrunnen" in der Behmstraße 11 ist gegenwärtig corona-bedingt für den Besucherverkehr noch geschlossen. Ich hoffe aber, dass sich dies in absehbarer Zeit wieder ändert, wahrscheinlich bereits in der Woche nach Pfingsten. Ein Blick auf die Website verschafft Klarheit.

Bis dahin stehen Ihnen meine Mitarbeiter und ich Ihnen nach wie vor als Ansprechpartner zur Verfügung - nur eben leider nicht persönlich.

Unter Tel. 030 / 64 31 23 20 erreichen Sie einen Anrufbeantworter, der regelmäßig abgehört wird. Wir melden uns zurück. E-Mails an buero@ralf-wieland.de werden selbstverständlich auch gelesen.

Ralf Wieland, MdA

Bürgerbüro am Gesundbrunnen | Behmstraße 11 | 13357 Berlin | buero@ralf-wieland.de | 030/ 64 31 23 20 | ralf-wieland.de