Wahlkreis-Rundschau, Ausgabe Februar 2021

Liebe Leserin, lieber Leser,

am 26. September finden die Wahlen zum Bundestag, zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnentenversammlungen statt. Ja und? Gibt es im Moment nichts Wichtigeres? Das ist noch lange hin und Corona bis dahin hoffentlich längst erledigt.

Schade, dass es nicht so einfach ist. Was Corona angeht, kann man hoffen. Aber es ist alles andere als sicher. Und die Wahl am 26.9. ist letztlich zwar der alles entscheidende Schlussakkord, steht aber in einer langen Kette von Entscheidungen, die im Vorfeld des Wahltages stattfinden. Und dieses Vorfeld beginnt spätestens jetzt. Als Wählerin oder Wähler wollen Sie natürlich lange vor der Wahl wissen, wer sich um Ihre Stimme bemüht und Sie wollen sich zurecht darauf verlassen können, dass die Aufstellung der Kandidaten und Listen mit rechten Dingen vonstatten ging.

Wie das vonstatten zu gehen hat, definieren zum einen die Parteien für sich in ihren Statuten, zum anderen die Wahlgesetze und Wahlordnungen der Bundesländer und des Bundes. Im Land Berlin müssen die Wahlvorschläge bei der Landeswahlleiterin eingereicht werden. Dort werden die Unterlagen mit äußerster Pingeligkeit auf ihre formale Korrektheit geprüft. Aus eigener Erfahrung kann ich bezeugen, dass die Einreichung der Wahlvorschläge ein Vorgang ist, der von den Verantwortlichen in den Parteien in der Regel mit feuchten Handflächen absolviert wird. Wenn nämlich auch nur ein dünnes Haar in der Suppe gefunden wird, war es das mit der Wahlteilnahme.

Die Corona-Pandemie hält in diesem Sinne eine komplette Frisur bereit. Die geltenden Regelungen basieren darauf, dass die Kandidaten und Listen in Versammlungen mit persönlicher Anwesenheit bestimmt werden. Im Sinne einer demokratischen Meinungs- und Mehrheitsfindung ist dies meiner Meinung nach die beste, weil unmittelbarste, ganz sicher die traditionell bewährteste Form. In Zeiten, in denen Kontaktvermeidung gefragt ist, sind Versammlungen aber nicht organisierbar. Es müssen also andere, technisch basierte Möglichkeiten geschaffen und zugelassen werden.

Ende Januar wurde zu diesem Zweck ein Antrag zur Änderung des Landeswahlgesetzes ins Abgeordnetenhaus eingebracht, der im Kern für die Wahl in diesem Jahr drei Modifizierungen vorsieht: Erstens sind hybride Parteitage und Versammlungen zulässig. Hybrid heißt hier, dass Kandidatenvorstellungen und Aussprachen digital erfolgen können, die maßgeblichen Abstimmungen aber analog (per Brief oder persönlich an ggf. dezentralen Abstimmungsorten) durchgeführt werden müssen.

Zweitens wird für neue und/oder kleine Parteien bzw. unabhängige Einzelbewerber die Zugangshürde abgesenkt. Wer bisher nicht im Parlament vertreten ist, braucht für eine Kandidatur Unterstützungsunterschriften. Für eine berlinweit antretende Partei waren das bisher 2.200 Unterschriften – nicht unerheblich, wenn das direkte Einwerben z.B. in Einkaufspassagen schwierig bis unmöglich ist. Die notwendige Anzahl wird auf 1.100 Unterschriften gesenkt.

Und drittens betrifft die Änderung auch die Wahl am 26. September selbst. Es ist vorgesehen, dass die Wahl auch in vollem Umfang als Briefwahl stattfinden kann und keine Wahllokale für die persönliche Stimmabgabe eingerichtet werden.

Das ist allerdings eine Kann-Bestimmung und ich hoffe doch sehr, dass wir davon keinen Gebrauch machen müssen. Nicht weil ich ein Mißtrauen gegen die Briefwahl hegen würde. Sondern weil es bedeuten würde, dass wir uns noch mitten in der Corona-Pandemie befinden. Und das braucht nun wirklich niemand.

Bleiben Sie gesund, halten Sie durch und sich irgendwie über Wasser,

Ihr
Ralf Wieland
Mitglied des Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis 6 Mitte

Annika Klose kandidiert in Mitte für den Bundestag

Am 26. September finden die Wahlen zum Bundestag statt. In Berlin Mitte kandidiert Annika Klose für die SPD. Wir haben Sie gebeten, sich hier kurz vorzustellen:

Annika Klose

Mein Name ist Annika Klose – ich bin Ihre SPD-Kandidatin für den Deutschen Bundestag in Berlin Mitte.

Damit Berlin Mitte lebenswert bleibt. Der Bezirk Berlin Mitte ist an Vielfältigkeit nicht zu überbieten. Wir leben hier kulturelle Vielfalt nicht nur auf der Museumsinsel, sondern in den Cafés an der Turmstraße oder im Kieztreff an der Voltastraße.

Doch unser Bezirk verändert sich. Seit Jahren steigen unsere Mieten schneller als unsere Löhne und Renten. Viele Jobs sind nun durch die Corona-Pandemie in Gefahr. Die Hitzesommer zeigen uns außerdem, dass wir besser werden müssen bei Klimaschutz und Klimaanpassung. Gemeinsam können wir diese Veränderung in unserem Sinne gestalten:

Weil wir ein Recht auf Wohnen haben, setze ich mich für bezahlbare Mieten, Wohnungsneubau und mehr Wohnungen in öffentlicher Hand ein.

Weil ein gutes Leben von und mit unserer Arbeit möglich sein muss, stehe ich für eine gesetzliche Job-Garantie, einen Mindestlohn von mindestens 12,00 Euro und für erträgliche Gewerbemieten sowie die Stärkung der Gastronomie und Kultur- & Kreativwirtschaft in unserem Bezirk.

Weil Arbeitslosigkeit nicht Armut, sondern neue Perspektiven bedeuten muss, möchte ich Hartz IV durch ein Bürgergeld ohne Sanktionen ersetzen. Weiterbildung muss gefördert und Auszeiten ermöglicht werden. Eine Kindergrundsicherung schützt Kinder in jeder Lebenslage vor Armut.

Weil unsere Kieze das Herz unserer Stadt sind, engagiere ich mich für saubere Straßen und Grünflächen in Mitte. Unsere Begegnungsorte, die Mehrgenerationenhäuser und Nachbarschaftstreffs von Villa Lützow bis Olof-Palme-Zentrum brauchen finanzielle Sicherheit.

Mehr über mein Programm erfahren Sie unter www.annika-klose.de

Über mich. Seit 10 Jahren lebe ich in Berlin und engagiere mich ehrenamtlich hier in Berlin Mitte. Diese Stadt ist mein Zuhause. Die letzten fünf Jahre war ich Vorsitzende der Berliner Jusos, der Jugendorganisation der SPD und mit 6000 Mitgliedern größten politischen Jugendorganisation der Stadt.

Neben meinem Engagement bin ich als Sozialwissenschaftlicherin (Humboldt-Uni) und als Gewerkschaftssekretärin beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg tätig.

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen!

Was muss bei uns in Mitte besser werden? Vor welchen Herausforderungen stehen Sie und welche Ideen und Lösungen wünschen Sie sich dafür? Erzählen Sie mir davon!

Sie sind Mitglied in einer Initiative, einem Verein, einer Einrichtung in Berlin Mitte? Laden Sie mich ein und wir reden gemeinsam in größerer Runde über die Politik der nächsten Jahre. Gerne auch digital.

Kontaktieren Sie mich hier:
Tel.: 01573 / 737 26 72   Email: www.annika-klose.de

Digitale Kulturangebote während der Pandemie

Während die Distanzwahrung infektionsbedingt anhält, bleiben auch viele Kulturbetriebe für Besucher geschlossen. Trotzdem, bzw. gerade deshalb, existieren derzeit mehr digitale Kulturangebote den je. Einige davon möchte ich hier vorstellen.

 

Wie Weddinger wissen hat natürlich auch das Prime Time Theater derzeit geschlossen. Unsere Lieblinge aus GWSW bleiben uns aber trotzdem erhalten, denn Fast-Pulitzerpreisträgerin Birte Bass interviewt im neuen Podcast "Einmal Talk mit alles", mehr oder weniger freiwillig die Stars aus dem Prime Time Theater. Apropos: wer mag, kann sie sich auch auf einem Wandkalender nach Hause holen oder den Theaterfilm "Keine Zeit für Piccolo" streamen.

 

 

Das Potsdamer Museum Barberini stellt seine impressionistische Sammlungen normalerweise öffentlich aus. Weil dies aufgrund der der derzeitigen infektionsbedingten Einschränkungen nicht möglich ist, hat man das digitale Angebot ebenfalls ausgebaut. Neben der schon länger existenten 360°-Tour können auf einer eigens eingerichteten Seite Tickets für diverse Liveformate gebucht werden, wie normalerweise auch mit Vergünstigungen für Schulklassen.

 

Wer (wie derzeit wohl die meisten) das Reisen vermisst, wird auf der Website Drive&Listen fündig. Hier werden virtuelle Stadtrundfahrten mit musikalischer Untermalung angeboten. Von Amsterdam, über Tokio, bis zu Zürich ist hier für jeden etwas dabei. Wer mag, kann sich natürlich auch durch Berlin fahren lassen.

 

Natürlich hat sich auch das Berliner Abgeordnetenhaus etwas einfallen lassen: eine Audiotour! Der Hörspaziergang dauert etwa 30 Minuten und führt quer durch das Abgeordnetenhaus, dabei geht es beispielsweise in den Plenarsaal, in den Festsaal oder ins Casino. Genau das Richtige also zum Kennenlernen des Abgeordnetenhauses „auf Distanz“, oder für einen Spaziergang durch das Haus, sobald es für Besucherinnen und Besucher wieder geöffnet ist.

 

Düstere und gruselige Geschichten entlang der Panke

Düster und gruselig? - Da reichen derzeit eigentlich ein paar Gedanken zur Lage und ein Blick aus dem Fenster.

Düster und gruselig ging es auch an der Panke zu - jedenfalls, wenn man den historischen Stationen folgt, die Diana Schaal von den "Schönen Kiezmomenten" für ihre virtuelle Winter-Führung entlang der Panke zusammengestellt hat.

Dort geht es um Hexenprozesse und Alchemisten, um Märtyrer und Friedhöfe und um einen Pankgrafen, der alle 50 Jahre als Nebelschwade über der Panke erscheint. Aber auch um eine ehedem berühmte Panzerschrank-Fabrik nebst dazugehörenden Panzerknackern sowie um die Geburtsstätte von Harald Juhnke. All diese Ereignisse und Geschichten spielen rund um den Weddinger Teil der Panke.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, auf diesen Spaziergang zu gehen: Bequem auf dem heimischen Sofa lümmelnd - die vermutlich derzeit am weitesten verbreitete und von führenden Ärzten nicht empfohlene Daseinsform. Oder gut eingemümmelt im Real Life und in 3D direkt vor Ort - es kommen ja auch undüstere Tage.

Wie auch immer, die Führung findet sich hier.

Verkehrskonzept für den Badstraßenkiez liegt vor

2019 haben das Bezirksamt Mitte (Straßen- und Grünflächenamt) und die beauftragten Planungsbüros LK Argus und plan&rat zusammen mit den Akteur*innen und Bewohner*innen aus dem Badstraßenkiez die Verkehrssituation im Kiez analysiert. Dazu haben ein Dialogforum, ein Stadtspaziergang, ein öffentlicher Workshop und die Abschlussveranstaltung  stattgefunden. Nun ist der Abschlussbericht öffentlich. Dieser kann auf der Website des Quartiersmanagement Badstraße eingesehen werden.

„Wir stehen bereit, wenn man uns braucht"

Gespräch mit Alexander Heinrich vom ASB über Eindrücke und Herausforderungen während der Corona-Pandemie

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wurde 1888 in Berlin gegründet. Auslöser war die dramatische Zunahme von Arbeitsunfällen im Zuge der industriellen Revolution, denen mit Erste-Hilfe-Kursen etwas entgegengesetzt werden sollte. Heutzutage gehört der ASB zu den großen Anbietern in der Altenhilfe, engagiert sich in der Krankenpflege, betreibt deutschlandweit 275 Rettungswachen und ist in den Bereichen Schulsanitätsdienst und Wasserrettung aktiv. Der ASB ist in eigenständigen Regionalverbänden organisiert, der Ortsteil Gesundbrunnen gehört zum ASB Regionalverband Berlin-Nordwest e.V.. Wir sprachen mit Alexander Heinrich vom ASB Berlin-Nordwest über Erfahrungen, Eindrücke und Empfehlungen im Rahmen der Corona-Pandemie.

Wahlkreis-Rundschau: Zu Beginn des ersten Shutdowns im März gründeten sich zahlreiche Initiativen für Nachbarschaftshilfe. Auch der ASB ist mit „ASB hilft“ dabei. Welche Art von Hilfe ist hauptsächlich gefragt? Merken Sie einen Unterschied zwischen dem ersten Shutdown und dem jetzigen zweiten Shutdown?

Alexander Heinrich: Unser Nachbarschaftshilfe-Projekt ASBhilft ist bei der Bevölkerung sehr gut angenommen und nachgefragt worden. Im Projekt bringen wir Menschen, die ihren Alltag aufgrund von Erkrankungen und/oder Quarantäne nicht mehr vollständig selbst bewältigen können mit engagierten Helfenden zusammen. Die Kontaktaufnahme mit uns erfolgt über unsere Homepage www.asbhilft.berlin oder 030 / 62 93 37 59.

Am meisten nachgefragt ist unsere Unterstützung bei der Einkaufshilfe. Die neuen Unterstützungsanfragen im zweiten Shutdown sind etwas geringer. Das liegt unser Einschätzung nach einerseits an der besseren Verfügbarkeit von hochwertigen FFP2-Masken. Andererseits bekommen wir auch mit, dass die Bewohnenden eines Wohn­hauses sich untereinander selbst helfen und sprichwörtlich unter die Arme greifen. Das ist schön zu sehen, dass Nachbarschaftshilfe manchmal auch ganz unkompliziert funktionieren kann. Und natürlich sehen wir, dass die Menschen durch den ersten Lockdown und die Aufklärungsarbeit der Regierenden schon Erfahrungswerte und Kontakte haben, die sie generell besser auf den zweiten Lockdown vorbereitet haben.

Der ASB hat eine lange Erfahrung in der Durchführung von Corona-Antigen-Schnelltests. Demnächst sollen diese Tests frei erhältlich zur Selbstanwendung sein. Gute Idee?

Das ist richtig. Wir testen u.a. Mitarbeitende von Firmen der kritischen Infrastruktur wie z.B. Stromversorgern als auch Parlamentsmitglieder im Abgeordnetenhaus von Berlin. Privatpersonen testen wir in unserem Testzentrum in der Gneisenaustraße in Berlin-Kreuzberg. Kurz vor Weihnachten erreichten uns so viele Anfragen, dass wir auch ein temporäres Testzentrum in den Räumen der ASB-Akademie in der Seestraße 121 errichtet hatten. Über Silvester stand sogar zur Sicherheit eine Schnelleinsatzgruppe bereit, welche von Behörden beauftragt werden konnte.

Die Tests werden durch medizinisch ausgebildete Mitarbeitende durchgeführt, welche mittlerweile Tausende Testungen an verschiedenen Einsatzorten durchgeführt haben. Je nach Hersteller des Schnelltests muss dazu ein Abstrich im Nasenrachen- bzw. Rachenraum durchgeführt werden. Bildlich gesprochen muss man mit dem Teststäbchen dorthin, wo die Viren sitzen - das kann von einigen Personen als unangenehm empfunden werden, denn die Viren sitzen oft tiefer als man denkt.

Unserer Meinung nach sind Antigen-Tests natürlich kein Ersatz für PCR-Tests. Allerdings erlauben Antigen-Tests durch ihre gute Verfügbarkeit und schnellen Ergebnisse die Durchführung von regelmäßigen oder serienhaften Abstrichen. Daher begrüßen wir die Ausweitung dieser Point-of-Care-Tests insbesondere in Pflegeeinrichtungen aber auch überall dort, wo es darum geht asymptomatische Träger des Virus zu entdecken und damit Infektionsketten frühzeitig zu durchbrechen. Nur wenn man weiß, dass man infiziert ist, kann man sich auch entsprechend verhalten.

Im Grunde geht es darum die Menschen zu finden, welche bereits infiziert sind, aber noch keine oder nur geringe Symptome zeigen. Personen welche z.B. starken Husten oder Fieber haben, sind mittlerweile so sensibilisiert, dass sie sich selbst eine Quarantäne auferlegen. Auch wenn der ASB Berlin-Nordwest mittlerweile über 30 Mitarbeitende für den Einsatz in Corona-Tests vorhält, möchten wir doch auch die Gelegenheit nutzen und sagen, dass egal ob mit oder ohne Test die AHA-Regeln weiterhin die beste Möglichkeit im Kampf gegen das Virus sind.

Der ASB betreibt seit einigen Wochen das Impfzentrum im Erika-Heß-Eisstadion. Mal abgesehen vom fehlenden Impfstoff: Wie ist die Arbeit angelaufen? Klappt die Organisation?

Die Arbeit ist sehr gut angelaufen. Die Berliner Hilfsorganisationen kümmern sich um den Betriebsablauf im jeweiligen Impfzentrum. Vor der Eröffnung gab es eine intensive Einarbeitung sowie Schulung für die Mitarbeitenden und Freiwilligen. In einem finalen Testlauf vor der Eröffnung, wurde jedes Impfzentrum überprüft.

Vor Ort werden die zu impfenden Personen die ganze Zeit betreut. Das beginnt mit einer obligatorischen Fiebermessung am Eingang bis zur Durchführung durch das im Einbahn-Straßensystem aufgebaute Impfzentrum. Nach der Erstaufklärung wird man in den Impfbereich geführt, wo die abschließende ärztliche Aufklärung sowie die Impfung selbst durchgeführt wird. Danach geht es für 15-30 Minuten in den Beobachtungsbereich, wo sich auch der Erste-Hilfe-Raum mit Sanitäterinnen und Sanitätern des ASB befindet. Im Anschluss geht es wieder hinaus zum Taxi.

Viele Seniorinnen und Senioren haben die Befürchtung, bei der Impfung übergangen zu werden, da sie nicht ohne weiteres die Treppe runterkommen und mit dem Taxi zum Impfzentrum fahren können. Wie könnte aus Sicht des ASB dieser Befürchtung entgegengewirkt werden?

Vor dem Besuch im Impfzentrum wird zuerst über die Telefonhotline der genaue Impftermin festgelegt. Hier bietet sich die Möglichkeit, dass auf etwaige Bewegungs­einschränkungen hingewiesen werden kann. Alternativ kann auch der Hausarzt zu Rate gezogen werden. Wir erleben jedoch, dass auch die Taxifahrer_innen stets hilfsbereit sind. Eine Sache, die wir mehrmals am Tag erleben dürfen, ist der tief zufriedene und erleichterte Gesichtsausdruck vieler Seniorinnen und Senioren, wenn sie im Beobachtungsbereich nach der Impfung sitzen. Man merkt richtig wie sie sich über den Impfschutz freuen und Ihnen eine Last von den Schultern genommen wurde.

Eine wichtige Säule des ASB ist das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder. Wird Ihnen in einer Welle der Solidarität gerade die Bude eingerannt oder bleiben die Freiwilligen eher weg, weil jenseits des professionellen Bereichs im Moment ohnehin nichts läuft? Wie können sich Ehrenamtliche gegenwärtig beim ASB engagieren?

Der Arbeiter-Samariter-Bund fördert ehrenamtliches Engagement wo möglich. Ein Teil der Leistungsfähigkeit jeder Hilfsorganisation kommt durch die freiwilligen Retter, Katastrophenschützer und Ausbilder zustande. Nur mit Hilfe dieser ist es uns möglich unser Hilfsangebot für die Berliner Bevölkerung zu bewerkstelligen. Wir haben gerade mit ASBhilft viele neue Freiwillige für die Nachbarschaftshilfe gewinnen können. Aber auch andere Menschen haben sich gemeldet und möchten sich langfristig in unseren sogenannten Kerngebieten z.B. in der Ersten Hilfe, im Sanitätsdienst oder im Katastrophenschutz engagieren. Oftmals mit dem Ansporn, dass das erlernte Wissen auch im privaten Umfeld von großem Nutzen ist.

Allerdings müssen wir zeitgleich auch auf viele Einsatzkräfte verzichten. Diese sind nämlich beruflich häufig in Krankenhäusern und Rettungsdiensten tätig, was auch uns neben enormen finanziellen Einbußen vor regelmäßige Herausforderungen stellt. Daher nutzen wir aktuell die Zeit und bilden wie wir können unsere Freiwilligen, natürlich unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes, weiter aus. Das geschieht zu einem großen Teil digital. Die Praxisformate werden mit stark reduzierter Teilnehmerzahl sowie FFP2-Masken und Wahrung der AHA-Regeln durchgeführt. Aber es stimmt, viele Veranstaltungen wie z.B. Straßenfeste o.ä. finden zurzeit nicht statt und folglich gibt es für uns, in unserem Kerngebiet, weniger zu tun.

Auf der anderen Seite sind wir felsenfest davon überzeugt, dass wir gemeinsam die aktuelle Zeit überstehen und wir dann wieder zu einem „normaleren“ Leben zurückkehren werden. Und dann werden auch unsere Sanitäterinnen und Sanitäter wieder gebraucht und stehen bereit zu helfen. Solange leben wir weiter in der Lage, schaffen neue Hilfsangebote und bereiten uns vor. Denn auch wenn wir alle zusammen eine weitere Eskalation verhindern können, wollen und haben wir uns vorbereitet und stehen bereit, wenn man uns braucht, eben frei nach unserem Motto, wir helfen hier und jetzt.

Interessierte finden Informationen dazu auf unserer Homepage www.asb-berlin-nordwest.de oder melden sich per E-Mail an freiwillig-aktiv@asb-berlin-nordwest.de.

Vielen Dank für das Gespräch.

Trägerhaus in der Gotenburger entsteht

Seit etlichen Jahren existiert schon die Grundstücksbrache an der Ecke Gotenburger Straße / Prinzenallee. Nun kommt Bewegung in die Sache, denn noch in diesem Frühjahr soll die Baugenehmigung für das seit langem geplante Trägerhaus erteilt werden. Bauherr ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft degewo.

Aufgrund des Verlustes von Räumen für betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Menschen mit Suchterkrankungen (insbesondere durch Kündigungen der Mietverträge) hatten sich 2015 im Bezirk Mitte betroffene Sozialträger zusammengeschlossen, um langfristig und preisstabil ein neues Gebäude als soziales Zentrum zu entwickeln.

Der jetzt entstehende Neubau soll langfristig an einen Generalmieter – einen Zusammenschluss der Sozialträger in der Kiezquartier GmbH - vermietet werden, der die entstehenden Flächen an die einzelnen Träger vermietet. Mit diesem Modell soll eine langfristige und flexible Belegung innerhalb des Hauses ermöglicht werden.

Nutzungsschwerpunkte werden eine Kita mit 60 Plätzen, betreutes Wohnen in verschiedenen Wohnformen sowie ein Projekt zur Ausbildung von Jugendlichen sein.

Nähere Informationen finden sich unter www.kiezquartier.de.

Mehr Sicherheit und Komfort für Fußgänger

Die allermeisten Wege in Berlin werden zu Fuß zurückgelegt. Und Fußgänger*innen sind wir alle. Höchste Zeit also, den Fußverkehr noch sicherer und komfortabler zu gestalten.

Als erstes Bundesland macht Berlin den Schutz der am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmer*innen zum Gesetz und erhöht die Aufenthaltsqualität für Fußgänger*innen im öffentlichen Raum. Eine entsprechende Novelle des Mobilitätsgesetzes wurde Ende Januar in der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen beschlossen.

Dazu Tino Schopf, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus: „Nicht nur die Schulwegsicherheit hat für die SPD-Fraktion oberste Priorität, auch die schnellere Umsetzung von Zebrastreifen wird jetzt kommen. Dafür schaffen wir jetzt mit dem Fußgängerkapitel im Mobilitätsgesetz die Grundlage. Die Errichtung von Zebrastreifen ist kein Hexenwerk. Dass nun der Senat beauftragt wird, die Errichtung von Zebrastreifen zu beschleunigen, und sei es mittels Pop-up-Zebrastreifen auch erst einmal nur temporärer Natur, ist uns ein wichtiges Anliegen."

Nähere Informationen zur Gesetzesnovelle bietet die Website der SPD-Fraktion.

Unsichtbar? Die polnische Community im Wedding

Über 50% der der Einwohner*innen des Bezirks Mitte haben ausländische Wurzeln. Wenig bekannt ist, dass hierbei Polen die zweigrößte Migrantengruppe darstellen. Und diese polnische Community ist für Außenstehende auf den ersten Blick auch nicht erkennbar.

In einem Artikel für den "Weddingweiser" wirft Oliwia Nowakowska, selbst 'Zugewanderte', einen Blick auf das Innenleben dieser polnischen Gemeinschaft im Wedding und zeigt, dass sie sehr wohl sichtbar ist - wenn man nur etwas genauer hinschaut. Und sie zeigt, dass liebgewonnene und gut gepflegte Klischees eben doch nicht mehr sind als Klischees, die mit der Wirklichkeit nur wenig zu tun haben.

Kann man lesen - und zwar hier.

Bürgerbüro nach wie vor erreichbar

Mein "Bürgerbüro am Gesundbrunnen" in der Behmstraße 11 ist während des gegenwärtigen Shutdowns wie die allermeisten anderen Ladengeschäfte auch geschlossen.

Meine Mitarbeiter und ich stehen Ihnen aber nach wie vor als Ansprechpartner zur Verfügung - nur eben leider nicht persönlich.

Unter Tel. 030 / 64 31 23 20 erreichen Sie einen Anrufbeantworter, der regelmäßig abgehört wird. Wir melden uns zurück. E-Mails an buero@ralf-wieland.de werden selbstverständlich auch gelesen.

Ralf Wieland, MdA

Bürgerbüro am Gesundbrunnen | Behmstraße 11 | 13357 Berlin | buero@ralf-wieland.de | 030/ 64 31 23 20 | ralf-wieland.de

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