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Corona: Nachbarschaft unterstützen

In schwierigen Zeiten ist nachbarschaftliche Hilfe gefragter denn je.

Manch eine(r) sitzt in (freiwilliger oder angeordneter) Quarantäne und kann zur Zeit für alltägliche Besorgungen die Wohnung nicht verlassen. Ältere Menschen wollen oftmals aufgrund des erhöhten Gesundheitsrisikos gegenwärtig nicht vor das Haus treten. Hier kann nachbarschaftliche Hilfe gute Dienste tun. Bitte haben Sie offene Augen und Ohren für Ihre Nachbarn und bieten Sie Ihre Hilfe an. Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen.

In vielen Kiezen haben sich Initiativen gebildet, die nachbarschaftliche Hilfe organisieren.

Die Einzelhändler und auch viele Gaststätten haben nach der für sie wirtschaftlich katastrophalen Schließung wieder geöffnet. Bitte halten Sie nach Möglichkeit Ihren Läden nebenan die Treue und nutzen Sie deren Angebote – auch wenn es woanders im großen Web vielleicht einfacher geht. Wir sollten auch die Zeit nach der Pandemie im Auge haben. Ja, irgendwann wird Corona Geschichte sein. Bitte helfen Sie mit, dass dann unsere Geschäfte im Kiez nicht auch Geschichte sind.

Nachfolgend finden Sie eine Auflistung mit Hinweisen, Links und Tipps für nachbarschaftliches Engagement rund um den Gesundbrunnen. Nein, vollständig ist sie ganz sicher nicht – Hinweise sind stets willkommen.

Website der Senatskanzlei

Ganz generell eine gute Adresse zu allen Themen rund um Corona: Die Website der Senatskanzlei. Wie sehen die Verhaltensregeln konkret aus? An wen kann ich mich bei einem Verdacht auf Corona wenden? Welche Hilfspakete kann ich in Anspruch nehmen? Was ist erlaubt, was nicht? – Auf diese Fragen gibt es hier Antworten.

Lebensmittelausgabe von MHM weiterhin in Betrieb

Während viele Tafeln geschlossen haben, ist die Lebensmittelausgabe bei „Menschen helfen Menschen e.V.“ in der Wollankstraße 58-60 nach wie vor in Betrieb. Immer Mo, Di und Mi von 11:00 bis 14:00 Uhr. Abgabe der Lebensmittel zu stark ermäßigten Preisen und nur gegen Nachweis der Bedürftigkeit (z.B. Renten- / Hartz-IV-Bescheid).

Evas Haltestelle gibt Lunchpakete aus

Evas Haltestelle, ein Projekt des „Sozialdienst katholischer Frauen e.V.“ für wohnungslose Frauen, gibt in der Geschäftsstelle in der Müllerstr. 126 (neben „Kaufland“, Ecke Kongostraße) täglich von 12 bis 15 Uhr Lunchpakete aus. Auch Duschen und die Benutzung der Toilette sind während dieser Zeit möglich.

Nachbarschaftliche Einkaufshilfen

Zettelaushang
Sie würden gern Ihren Nachbarn helfen? Sie würden sich gern von Ihren Nachbarn helfen lassen? Es fängt damit an, dass man voneinander weiss. Das kann z.B. ein Zettel im Hausflur sein. Eine Vorlage in mehreren Sprachen findet sich z.B. bei unverwertbar.org. Oder man bastelt schnell selbst einen.

DRK Wedding
Das Deutsche Rote Kreuz Wedding / Prenzlauer Berg bietet eine Einkaufshilfe an. Die funktioniert folgendermaßen: 1.) Tel. 600 300-5555 anrufen (Mo-Fr 9:00-13:30 Uhr) und Bestellung aufgeben. 2.) Lieferung am Folgetag zwischen 16:00 und 20:00 Uhr bis an die Wohnungstür. 3.) Rechnung (Summe des Einkaufs) kommt per Post. 4.) Rechnung überweisen.

Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
Der ASB hat eine berlinweite Seite für Hilfesuchende und Helfende eingerichtet. Angeboten werden Einkaufshilfe, Hundebetreuung, Besorgungsfahrten und sonstige Unterstützungen nach Absprache und Möglichkeit. Bei den Helfenden kann der ASB auf einen Grundstock ohnehin aktiver ASB-Mitglieder zurückgreifen und vermittelt nur Helfende, deren Personalien dem ASB vorliegen. Die Hotline 030 / 62 93 37 59 ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geschaltet.

QM Soldiner Kiez
Für den Soldiner Kiez koordiniert das dortige Quartiersmanagement lokale Hilfsangebote. Kontakt: Telefon 49 91 42 94 oder E-Mail.

FreiwilligenAgentur Mitte
Seit dem 25.3. hat die FreiwilligenAgentur Mitte unter Tel. 48 62 09 44 eine Hotline für Nachbarschaftshilfe (Anbietende wie Suchende) im Bezirk Mitte geschaltet. Erreichbar Mo-Fr 10:00-14:00 Uhr, Di & Do bis 18:00 Uhr. Kontakt ist auch online möglich.

Verein alter Menschen
Der Treffpunkt Wedding des Vereins alter Menschen e.V. mit Sitz in der Oxforder Straße 4 bietet für Menschen über 75 eine Einkaufshilfe mit Freiwilligen an. Erreichbar per Telefon unter 030 / 20 09 43 56.

Weiteres
Ein überregionales „Gesucht & Gefunden“ bieten u.a. die Websites Quarantänehelden und Nebenan. Die Anfragen lassen sich per Postleitzahl filtern.

Gegen Einsamkeit im Alter: Silbernetz

Vereinsamung im Alter war auch vor Corona schon ein Thema. In Zeiten von reduzierten Sozialkontakten und Quarantäne tritt es verstärkt zutage. Unter dem Motto „Einfach mal reden“ tritt Silbernetz dagegen an. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 4 70 80 90 verbindet das Silbertelefon ältere Menschen, die einfach mal jemanden zum reden suchen. Unverbindlich und anonym. Das Silbertelefon ist täglich von 08:00 bis 22:00 Uhr erreichbar.

Rette Deine Lieblingsorte – per Gutschein-Kauf

Viele kleine Unternehmen, gerade auch Lokale, Clubs, Theater, Museen, sind in ihrer Existenz bedroht. Lieblingsorte, auf die wir nach der Corona-Krise nur ungern verzichten würden. Darum also jetzt durch den Kauf eines Gutscheins zu ihrer Rettung beitragen. Das geht über die Non-Profit-Plattform Helfen.Berlin. „Es geht darum, dass wir gemeinsam unsere Lieblingsorte vor der Insolvenz retten, indem wir ihnen jetzt das Geld zur Verfügung stellen, was wir sowieso in den nächsten Monaten bei ihnen ausgeben werden.“ Auf der Plattform finden sich inzwischen viele Weddinger Läden.

Kneipenretter.org. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch kneipenretter.org, allerdings nicht per Gutschein, sondern direkt als Spende ohne Gegenwert. Gespendet werden kann explizit an die eigene Lieblingskneipe, sofern sie registriert ist. Oder unspezifisch als Sammelspende, die dann auf alle registrierten Kneipen verteilt wird. Als Kunde kann man auf dem Portal ’seine‘ Kneipe vorschlagen, oder – besser noch – man macht den Besitzer auf die Möglichkeit aufmerksam, sich registrieren zu lassen.

Home-Office – oder lieber Hotel-Office?

Viele arbeiten derzeit im Home-Office. Glücklich, wer dies ungestört tun kann und dabei auch den alltäglichen Ablenkungs-Versuchungen zuhause widersteht. Für alle anderen gibt es eine Alternative: Warum nicht eines der vielen freien Hotelzimmer kurzerhand zum Arbeitszimmer umdeklarieren? Diese Möglichkeit bietet z.B. das Hotel Big Mama im Soldiner Kiez an. Für 30,- € (Studenten 20,- €) kann man sich dort von 8 bis 18 Uhr einmieten und ungestört arbeiten, inkl. schnellem Internet und Kaffee-Flatrate. Das hilft nicht nur der eigenen Konzentration, sondern auch dem Hotel.

Gesichtsmasken selber herstellen

Das Tragen einer Gesichtsmaske ist sinnvoll. Sie behindert beim Sprechen, Husten und Niesen die Tröpfchen auf ihrem Weg nach draussen und schützt auf diese Weise in erster Linie die anderen. Außerdem verhindert sie, dass sich ihr Träger unbedacht ins Gesicht fasst. Der Wert ‚irgendeiner‘ Maske im medizinischen Sinne darf natürlich nicht überschätzt werden – ist aber höher als gar keine Maske. Die richtig guten, professionellen Masken gehören in die Arztpraxen und Krankenhäuser und sind im Moment ohnehin kaum zu bekommen. Also warum nicht selber herstellen? Brauchbare und machbare Näh- und Bastelanleitungen finden sich z.B. auf maskeauf.de.

Wer so gar kein Bastelhändchen hat, findet z.B. beim Weddingweiser Adressen im Wedding, bei denen man selbstgeschneiderte Masken erwerben kann. Aber, bitte beachten: All diese selbstgebauten Lösungen haben mit einem medizinischen Produkt nichts zu tun. Sie sind nur etwas mehr als nichts. Mehr nicht.

Weitere wichtige Telefonnummern

Beratung bei Corona-Vermutung: 030 / 90 28 28 28
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 0800 / 0116 016
Kinder- und Jugendtelefon: 116 111
Elterntelefon: 0800 / 111 0550
Schwangere in Not: 0800 / 40 40 020
Depression-Hotline: 0800 / 33 44 533

(Letzte Aktualisierung am 18.05.2020)